Du willst nur, dass sie dich endlich in Ruhe lassen, nicht wahr? Du willst ohne Bauchschmerzen in die Arbeit, in die Schule gehen. Und Abends, in deiner Freizeit, willst du dich endlich nur mit schönen Dingen befassen, die dir Freude machen, anstatt wie jetzt deine Zeit damit zu verbringen, über das „warum“ zu grübeln oder dir die nächsten Attacken oder das hämische Gelächter bis ins kleinste Detail schon vorab vor dem inneren Auge zu sehen.
Und was hast du nicht schon alles versucht, damit das endlich ein Ende hat!
Die meisten, die unter Mobbing zu leiden haben, haben schon mindestens eine der folgenden Aktionen ausprobiert:
- Rückzug:
Dies ist der Versuch, so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten: „Wenn ich mich zurückziehe, unsichtbar werde, werden sie nichts mehr an mir aussetzen können. Dann lassen sie mich bestimmt in Ruhe.“ Der Rückzug kann von aus-dem-Weg-gehen bis hin zur Aufgabe aller sozialen Kontakte reichen. - Ansprache der Täter
Mit: „Lass´ mich doch endlich in Ruhe!“, „Warum machst Du das?“ oder sogar: „Warum gerade ich? Was hast du gegen mich?“ gehen die Opfer direkt auf ihre Peiniger zu und erhoffen von diesen Mitgefühl und Einsicht.
Hier ist eine Menge Mut erforderlich. Bewundernswert! Aber leider wirkungslos. - Aggressivität
Bei den meisten Betroffenen stellt sich irgendwann ein Gefühl der Hilflosigkeit ein, weil sich die Situation einfach nicht bessert, kein Ende in Sicht ist. Je nach Persönlichkeit versuchen einige Opfer dann auch, den Spieß umzudrehen und zurück zu schlagen. Die einen verletzen genauso mit Worten, wie sie es selbst erlebt haben, andere rasten schon bei kleinen Anlässen aus und schlagen zu.
In den wenigsten Fällen bessert sich die Situation für den Betroffenen wirklich. Entweder kommt zu dem eigenen Gefühl der Hilflosigkeit noch ein schlechtes Gewissen hinzu, weil jetzt andere genauso leiden wie man selbst oder der Betroffene wird bestraft. Einer meiner Kunden bekam vor unserer Zusammenarbeit ein 20stündiges Antiaggressionstraining verordnet – obwohl er eigentlich das Opfer war und sich nur nicht mehr anders gegen die Schikanen zu wehren wusste.
Die Liste ließe sich noch weiter fortführen. Aber welche Maßnahme der Betroffene auch versucht, allen gemeinsam ist, dass sie zum Einen die Mobbing-Situation des Betroffenen nicht ändern. Ist jemand erst einmal in der Opfer-Rolle festgesetzt in den Augen des Täters, kann er machen, was er will – es wird immer gegen ihn verwendet und dargestellt. Im schlimmsten Fall kommt zu den Mobbing-Attacken und Ausgrenzungen auch noch eine Strafe für das eigene Fehlverhalten hinzu.
Zum Anderen und vor allem aber ist bei all diesen genannten Strategien gleich, dass sie sich an den Tätern und Mitläufern, also an den anderen orientieren. Sie basieren darauf, was die Täter sagen oder tun bzw. was sie dem Betroffenen `vorwerfen´.
Es liegt aber in der Natur der Sache, dass ich andere nicht ändern kann. Und jeder Mensch, der andere schlecht behandelt, tut es aus seiner eigenen Geschichte, seinem eigenen Hintergrund heraus, den ich nicht ändern kann. Daher kann ein auf andere Menschen ausgerichteter Ansatz maximal, wenn überhaupt, nur für den aktuellen Fall helfen. Komme ich aber in eine neue Situation mit anderen Akteuren, bleibe aber selber gleich, wird sich die Geschichte wiederholen.
Und genau dies erzählen mir auch ganz viele meiner Kunden: „Ich wurde schon in der Schule gemobbt.“ Oder: „Ich dachte, ich wechsele den Arbeitgeber / die Schule und alles wird gut. Aber nun geht alles wieder von vorne los!“.
Wie fühlt es sich an, wenn das Mobbing ein für alle Mal aufhören würde und auch in anderen Situationen nicht mehr geschehen würde? Einfach nur noch entspannt und in Frieden leben?

Genau dies ist möglich – wenn du den Blickwinkel änderst:
Sei dir deiner Stärken und deiner Selbst bewusst. Dann hast du es nicht mehr nötig, darauf zu schauen, was die anderen sagen und tun.
Wenn die anderen dann keinen „Erfolg“ mehr mit ihren Schikanen haben, werden sie früher oder später von dir ablassen.
Es ist nichts Falsches oder Schlechtes, Selbstzweifel zu haben oder mit sich selber auch einmal hart ins Gericht zu gehen, wenn etwas nicht gut gelaufen ist. Aber es geht um die grundsätzliche Einstellung zu dir selber.
Albert Schweitzer sagte einmal: „Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.“ Und genau dies trifft auch auf dein neues Leben ohne Mobbing zu.
Die Lösung liegt – in dir.
Du hast schon alles in dir, was du für dein neues Leben ohne Mobbing brauchst.
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